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Frühjahr 2014

„Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.“ - Galileo Galilei

 

Diese Weisheit  ist nicht neu. Warum haben wir sie dann vergessen?

Darauf gibt es mehrere Antworten, abhängig von dem, was wir erlebt haben, und abhängig von dem, was auf uns eingewirkt hat.

 

Ein persönliches Erlebnis in meiner Kindheit, wie sicher jeder von uns ähnlich erfahren hat, führte dazu, dass ich manchmal in meinem Leben nicht in der Lage war   aus meinem Selbst zu handeln, sondern nur aus einer traumatischen Erinnerung meine jeweilige Realität wahrgenommen habe.

 

Als Kind hatte ich einige Male Halsschmerzen. Nach dem Besuch  beim  Hals-Nasen- Ohrenarzt, sagte meine Mutter: "Wir müssen deine Mandeln rausholen lassen, der Dr. Xyz   hat gesagt das muss sein!"

Damit war für mich als Kind klar:  Es muss sein! Was meine Mutter und der Dr. Xyz sagten, wurde damals zu meiner kindlichen Realität.
Was  folgte, zählt in meiner Erinnerung immer noch zur Rubrik "Traumatische Erfahrungen". 

Beruhigungstablette nehmen,  leicht benommen, barfuß torkelnd zum OP-Zimmer geführt zu werden, sehr unliebsam auf einen kalten Stuhl gesetzt  werden, auf dem ich immer nach vorn gerutscht bin, bis eine unfreundliche Stimme mich festgebunden hat. Ich schaue in ein kaltes Licht von der Decke. Aus diesem Licht heraus höre ich eine männliche Stimme hinter einem Mundschutz sagen: " Es tut nicht weh " - und wie weh es getan hat…!...

Ich wehre mich noch gegen ein zweites Paar Hände, das mich auf den Stuhl runterdrückt. Ich fange an zu weinen. Die Stimme hinter dem Mundschutz schreit: "Haltet ihn fest, er spuckt mir ja alles voll!"… Die Betäubung klappt nicht...

Kurze Zeit später höre ich noch die Worte:  "Mach den Mund wieder weit auf "--- ich will nicht - von hinten drückt mir jemand meinen Unterkiefer nach unten  und ich spüre ein eisiges Gestell im Mund, das mir den Mund aufhält. Dann fehlen mir bestimmte Erinnerungen, ich sehe nur eine große, für mich riesige Spritze, spüre einen enormen, stechenden Schmerz; … gefolgt von der Empfindung jemand bläst meinen Rachen auf wie einen Ballon.

Wieder die Stimme, die kein Gesicht hat,  sie schreit auf mich ein:  " Stell dich nicht so an - du bist kein kleines Mädchen"! Tränen tropfen von meinem Gesicht auf meinen linken Oberschenkel.

...Ich gebe auf - und habe das Gefühl zu sterben,    …sehe Bilder  von einem Fernsehfilm, in dem jemand verhört und dann gefoltert wurde.   ... zeitgleich nehme ich ein schabendes Geräusch in meinem Kopf wahr -und mir ist als ob meine Ohren platzen.

Ich nehme nur noch meine eiskalten Hände wahr  - und gefühlte 3-4 Stunden

später, begleitet mich eine Person, die ich nur unscharf erkennen kann, in ein anderes Zimmer.  Ich zittere, - habe Angst vor Kälte, …vor Menschen, …vor Licht  und  weißen Bettlaken...

...mir sabbert immer noch Schleim und Blut aus meinem Mund, bin aber zu schwach um es abzuwischen. Ich denke, man hat mich verkauft und ich komme nie mehr wieder nach Hause zurück. ...es riecht nach Essen, ich muss wieder würgen und spucken.  ... wohl eine Stunde später, sitzt meine Mutter an meinem Bett - ich will Sie nicht sehen!    ... ich will niemanden sehen, habe schrecklich stechende Ohrenschmerzen, kann nicht schlucken und will immer noch nicht weiter leben.

  ... warum auch?...

Ich vernehme - wie im Nebel - meine Mutter sagend: " Der Doktor sagt, es ist alles gut gegangen". Mit dem Gedanken, - „wenn es bei mir gut gegangen ist“,  - wie muss es Menschen gehen, bei denen es nicht so "gut" gegangen ist wie bei mir, schlafe ich ein....

 

Eine Möglichkeit mit diesem oder ähnlichen Traumas klar zu kommen, ist sie zu verdrängen.

Begegne ich jedoch Auslösern, ähnlichen Situationen oder ähnlichen Themen oder Geschichten beginnt die Geschichte,  und die Gefühle von damals,  von neuem in meiner Erinnerung zu leben. Dann denke ich und verwechsle mein Denken mit Fühlen.

Das Gefühl von damals wird durch meine  Gedanken, die  wie von selbst immer wieder ähnlich ablaufen in meinem Unterbewusstsein neu aktiviert.

Ich habe heute, über 40 Jahre später - kein Herzklopfen mehr, habe auch die  Empfindung nicht mehr  in einem Krankenhaus keine Luft zu bekommen und kann auch an der HNO-Station vorbei gehen, ohne mir zu überlegen, welchen Abwehrgriff  aus meiner Karatezeit  ich anwenden kann, um unbeschadet an dem nichts ahnenden Krankenpfleger, der gerade da steht, vorbei zu kommen.

Immer mal wieder, wenn ich heute zu Menschen in Krankenhäuser gerufen werde, um sie zu behandeln,  taucht eine Erinnerung an meine Mandeloperation auf.

"Wir müssen deine Mandeln operieren"... der Dr. Xyz  hat gesagt das muss so sein....

Werden diese oder ähnliche "Geschichten"  nicht  ursächlich angeschaut und transformiert, bleibt unsere Wahrnehmung der Realität, meines Selbst und vieles Andere in der alten Vergangenheit.

Wir verwechseln unser „Fühlen jetzt“  mit dem „Gefühl von damals“.

Nur ein bestimmter Geruch, ein Geräusch oder ein Wort wie "Krankenhaus" lösen dann eine Schwäche aus,  die mir das Gefühl  der Vergangenheit: „auf dem OP- Stuhl zu sitzen“ sofort wieder hoch bringt.

Kennen wir diese Ursachen, hören alle krankmachenden Symptome  auf! Wenn wir die Ursachen nicht kennen, bekommt  unser Unterbewusstsein keine Antwort auf das ursächliche Problem. Damit halten wir fälschlicherweise Symptome wie Schmerz  und Unwohlsein auch ein altes Gefühl für die Krankheit selbst.

Wir oder die Ärzte geben diesen Schmerzen oder Symptomen einen "Krankheitsnamen".   Je mehr wir die Symptome oder Empfindungen als Krankheit benennen, umso schwieriger wird deren Lösung. Diese Benennung schwächt  zusätzlich unser Unterbewusstsein, weil wir  keine Antwort oder Lösung bekommen nur weil wir  etwas benennen.

Die Benennung ohne die Lösung macht das Problem immer schwieriger. Es entsteht ein Kreislauf, der nicht aufzuhören scheint.

 

Die Diagnose "Depression" zum Beispiel ist so eine Benennung, die überhaupt keine Lösung bringt. Die Lösung vieler Krankheiten wird möglich, wenn wir aus unserer Inneren Mitte fühlen, handeln und wahrnehmen können – und nicht aus der Wahrnehmung der Vergangenheit.

Wenn wir die Hindernisse kennen und erfahren, die einer Heilung im Weg stehen, dann wird es möglich in eine neue Zukunft zu gehen, die frei ist von den negativen Erfahrungen der Vergangenheit.

Hiermit  möchte  ich  Dich / Sie  nochmals einladen zu den folgenden Veranstaltungen, bei denen erfahrbar wird, wie Krankheiten ursächlich zu verändern sind.

Bis wir uns wiedersehen...

 

Herzlichst

  

Heino Wille